Haßberge (Kreis)
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Präsident des Bundekriminalamtes a.D. Jörg Ziercke in der Frauengrundhalle Ebern

05.03.2017

Jörg Ziercke (rechts) im Gespräch mit dem Polizeipräsidenten von Unterfranken, Gerhard Kallert und Helmut Will (v. li): Foto: Ronald Rinklef

„Terrorismus – wie bedroht ist Deutschland“ zu diesem Thema sprach der ehemalige Präsident des BKA und stellvertr. Vorsitzende des WEISSEN RINGS, Jörg Ziercke, am Freitag, 31. März 2017 in Ebern.
(Eingeladen hatte das Landratsamt Haßberge, die Stadt Ebern, die VHS Ebern und der Weisse Ring).

Am 31. März 2017, war Jörg Ziercke, Ex-Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), zu Gast in der Frauengrundhalle in Ebern. In einem anschaulichen und komprimierten Vortrag blickte er auf die Ursachen des Terrorismus und es wurde deutlich, dass man mit dieser Bedrohung leben müsse. Auch wenn der IS besiegt sein wird, was sich abzeichne, werde der Terrorismus nicht verschwinden, sagte Ziercke.

Ziercke hatte von 2004 bis 2014 das BKA geleitet und in dieser Funktion mit der Politik auf Augenhöhe und ganz vorne an der Terrorbekämpfung gearbeitet. Der 69-jährige beschrieb Brennpunkte, von denen Terror ausgeht. Diese liegen seinen Worten zufolge in Nordafrika, im Nahen Osten und Afghanistan. Für Ziercke ist der Terror eine „extreme Antwort auf soziale Konflikte“, die ihre Ursachen in Kriegen, Hungersnöten, Klimawandel, hoher Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit haben. In den genannten Gebieten gebe es Hunderte von Terrorgruppen. „Wie will man das in den Griff bekommen“, fragte er. Eine Mauer um Europa bauen, wie es US-Präsident Donald Trump für die USA tun wolle könne und wolle man nicht. Eine Abschottung Europas sei keine Lösung. Vielmehr müsse die gesamte westliche Welt mehr als bisher in die Infrastruktur von Ländern von denen Terror ausgeht, investieren. „Terrorgefahr können wir allein durch mehr Polizei nicht lösen“, sagte Ziercke. Nach seinen Worten hat der Terror heutiger Ausprägung schon vor Jahren Europa erreicht.

Sein Fazit: „Wir müssen mit dem Terror, mit Bedrohungen leben, sollten allerdings unser Leben hiervon nicht bestimmen lassen.“ Helmut Will, Außenstellenleiter des WEISSEN RINGS im Landkreis Haßberge hatte Kontakte mit Ziercke in Hamburg und ihn in die Hassberge eingeladen. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Landkreis, der Stadt Ebern und der VHS-Außenstelle in Ebern.

Ein Grußwort sprach Jürgen Hennemann, Bürgermeister von Ebern, der seine Stadt vorstellte und sich freute, einen so hohen Gast in Ebern zu haben. Das Schlusswort sprach Landrat Wilhelm Schneider, indem der die Ausführungen von Jörg Ziercke kurz zusammen fasste und ebenso seine Freude über den Gast im Landkreis zum Ausdruck brachte.
Ausdrücklich dankte der Landrat dem WEISSEN RING im Landkreis mit Helmut Will an der Spitze für die wertvolle Opferarbeit.
Siehe auch den Bildbericht im Download
(hewi)

Bildbericht zur Veranstaltung